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Bedeutung der Steinkohle wächst weltweit


Deutschland hat 2009 wegen der Wirtschaftskrise deutlich weniger Import-Steinkohle bezogen. Die Einfuhren sanken gegenüber 2008 um rund ein Fünftel auf 35,1 Millionen Tonnen. Auslöser des Rückgangs waren demnach vor allem die schwache Stahlkonjunktur und die gesunkene Stromnachfrage.

Steinkohle ist ein wichtiger heimischer Rohstoff für die Industrie, der Deutschland gleichzeitig vor den Risiken steigender Energieabhängigkeit schützen kann.
Düsseldorf (ddp-nrw). Für das laufende Jahr rechnen die Kohleimporteure wegen der wieder in Fahrt gekommenen Konjunktur mit einem besseren Geschäft und erwarten einen Anstieg der Einfuhren um fünf bis zehn Prozent. Auch langfristig hält der VDK die Steinkohleverstromung mit einem Anteil von derzeit 20 Prozent im deutschen Energiemix für unverzichtbar. Mit Blick auf die Klimaerwärmung müsse deshalb der Weg zur «grünen Kohle» mit dem Auffangen und der dauerhaften Speicherung des bei der Kohleverbrennung freiwerdenden Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zügig vorangebracht werden.

Für den dauerhaften Einsatz der Steinkohle in Deutschland spricht laut VDK auch, dass die langfristigen Kosten für die CO2-Speicherung mit der sogenannten CCS-Technologie niedriger seien als die Ausgaben für eine CO2-Vermeidung durch erneuerbare Energien und deren millionenschwere Subventionierung. Deutschland habe dabei die Chance, Marktführer bei modernen Technologien zur Kohleverbrennung zu werden und sich damit große Exportchancen zu sichern.

Der globale Markt für eine umweltfreundlichere Kohleverstromung dürfte nach Erwartung des VDK in den nächsten Jahrzehnten deutlich an Fahrt gewinnen. Schon jetzt decke die Steinkohle weltweit knapp ein Drittel des Energiebedarfs. Der weltweite Kohleverbrauch werde insbesondere durch den steigenden Energieverbrauch im asiatischen Raum - hier vor allem China und Indien - stetig wachsen.

Bis 2030 soll der Kohle-Anteil bei der Welt-Stromerzeugung nach Schätzung der Internationalen Energie-Agentur von jetzt 40 auf 45 Prozent steigen. Damit würde der jährliche Kohlebedarf von jetzt 5 Milliarden Tonnen um weitere 2 bis 2,5 Milliarden Tonnen zulegen. «Ohne Kohleverstromung geht es in den nächsten Jahren nicht, wenn der asiatische Raum seinen Lebensstandard verbessern will», sagte VDK-Vorstandschef Erich Schmitz. Deutschland könnte vor diesem Hintergrund durch die Modernisierung seines Kraftwerkparks sowie die Einführung der CCS-Technologie eine Vorreiterrolle wie schon bei den erneuerbaren Energien übernehmen, zeigte sich Schmitz überzeugt. Bis 2050 könnte auf diese Weise der CO2-Ausstoß bei der Steinkohleverbrennung hierzulande um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.

ddp/fbr/lyh

Fünf Daten zur Steinkohle

- die Welt-Steinkohleproduktion hat sich seit 1990 auf 6,1 Milliarden Tonnen nahezu verdoppelt

- der Anteil der Steinkohle an der Weltenergieversorgung liegt bei 31 Prozent

- knapp die Hälfte der weltweiten Steinkohle wird mit 2,9 Milliarden Tonnen in China gefördert

- Deutschland deckt seinen Steinkohle-Bedarf von zuletzt 50 Millionen Tonnen zu rund 70 Prozent durch Importe

- die Stromproduktion aus Steinkohle gilt als günstig; sie liegt in Deutschland mit 3,35 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf dem dritten Platz hinter Braunkohle (2,40 Cent je kWh) und Kernenergie (2,65 Cent); bei den erneuerbaren Energien ist Wasserkraft am günstigsten mit 4,30 Cent je kWh, während Windkraft auf 9,00 Cent je kWh kommt

ddp/fbr/mwa

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