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Gemeinsam die Historie des Bergwerks wahren


Im Museum auf Ewald Fortsetzung können die Besucher einen vollständigen Streb bestaunen.

Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien (rechts) bei der Übergabe eines 260 Millionen Jahre alten Schuppenbaums an Markus Pliska, Vorsitzender des Bergbau- und Geschichtsvereins Oer-Erkenschwick (3. v.r.).
Wer das Bergbau- und Geschichtsmuseum der Stadt Oer-Erkenschwick (Am Ziegeleitor 11) besichtigt und bei der „Grubenfahrt“ den lebendigen Erklärungen des ehemaligen Bergmanns Peter Hadrys zuhört, ahnt nicht, dass es die sehenswerte Bergbausammlung auf dem Areal der einstigen Zeche Ewald Fortsetzung fast nicht gegeben hätte. Denn wo sich heute auf rund 4000 Quadratmetern beispielsweise eine Grubenlok, ein Förderkorb und ein Kohlenhobel präsentieren und sich über 1000 Exponate dicht an dicht drängen, sahen die anfänglichen Planungen nach der Stilllegung der Schachtanlage nur eines vor: den Abriss der Gebäude.

Ehrenamtliches Engagement

Dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Freunde des einstigen Bergwerks nahm die Entwicklung einen anderen Lauf. Sie gründeten im Jahr 2001 den mittlerweile 204 Mitglieder starken Museums- und Geschichtskreis Oer-Erkenschwick. „Am Anfang belächelten viele unsere Idee, hier ein Museum zu gründen. Aber wir haben alle überrascht“, sagt Hadrys, der von 1959 bis 1994 auf Ewald Fortsetzung arbeitete. Markus Pliska unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung des aktiven Steinkohlenbergbaus für die Entstehung des Hauses. „Ohne die Unterstützung der RAG hätten wir das damals nie geschafft “, so der erste Vorsitzende des Vereins. „Auch unsere Urenkel sollen noch wissen, was diese Region einmal vorangetrieben hat“, beschreibt Hadrys die Motivation der Geschichtsfreunde. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2002 kommen jährlich über 5000 Interessierte zum „Ziegeleitor“, um Bergbau hautnah zu erleben –darunter Schulklassen und viele ehemalige Bergleute. Auch Verliebte trauen sich in den Besucherstreb – um sich vor der beeindruckend realistischen Kulisse das Jawort zu geben. Über 200 Brautpaare besiegelten im Bergbau- und Geschichtsmuseum bisher den Bund fürs Leben. Nach der Trauung lädt die mit Grubenlampen beleuchtete „Revierbude“ die Hochzeitsgesellschaften zum Feiern ein – mit Blick auf die Strecke und auf die Ausstellungsstücke.

Für die Zukunft wünscht sich der Vorsitzende Pliska vor allem eines: weitere Mitglieder. „Denn nur so können wir sicherstellen, dass es das Museum auch in zehn Jahren noch gibt“, so Pliska.

Infos: www.museum-oe.de.

AUS DEM BERGBAU-LEXIKON
Fachbegriffe aus dem Bergbaulexikon:
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